Urlaub > Besuchen Sie Riccione  

Riccione wie es früher war

Der Name hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache (hier wird er „Arciun“ ausgesprochen) und stammt aus der byzantischen Besetzung des 6. Jahrhunderts nach Christi: „Archeion“ ist der Name einer Pflanze, die Lappa, die auch heute noch spontan an den seltenen, von Touristen unberührten Stränden wächst. Der wüste Küstenstrand von Riccione war damals wahrscheinlich reich von dieser Planze bewachsen. Im 17. Jahrhundert verstärkt sich der Handelsverkehr auf der Via Flaminia und es entstehen die ersten Siedlungen entlang dieser wichtigen römischen Reichsstrasse. Riccione verwandelt sich in eine Posthalterei für Pferde und es entstehen die ersten Anlagen zur Aufnahme und Beköstigung der Reisenden.
Der Beginn des Tourismus, der die kleinen Wohnsiedlungen an der Via Flaminia in einen Badeort verwandelt, ist im Jahr 1877 dem Bau eines Kinderferienheimes am Meer zuzuschreiben. Dort wurden Kinder behandelt, die an Skrofulose erkrankt waren. Die Familien dieser kranken Kinder kamen zu Besuch nach Riccione, auch angezogen von der Strandlandschaft und der Gastfreundschaft der Einwohner, um einige Tage hier zu verbringen.

Es entstehen so die ersten Villen in Strandnähe, im Besitz von Familien der romagnolischen und emilianischen Aristokratie, die Riccione gleich den Eindruck eines gehobenen Tourismus verleihen.
Privatunternehmer, die die Wichtigkeit des Tourismus festgestellt haben, beginnen in Hotels und Pensionen zu investieren. Bis 1922 war Riccione nur ein Vorort von Rimini, zu diesem Datum wird die Stadt zu einer autonomen Gemeinde erklärt und ist von nun unabhängig von Rimini. Von diesem Datum ab wächst der Toruismus immer mehr und verwandelt Riccione in die bekannte „Grüne Perle der Adria“, voll von zahlreichen Hotels, toururistischen und sportlichen Anlagen.

Es folgen die Jahre des Faschismus, die in Riccione einen besonderen Verlauf hatten, nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Aufenthalte, die der Duce und seine Familie in Riccione verbringt. Dass Mussolini Riccione zu seinem beliebtesten Urlaubsziel erwählt, zieht zugleich das Interesse der wichtigsten italienischen Familien an, die gleichzeitig anfangen, ihren Urlaub in Riccione zu verbringen, in der Hoffnung auf einen Kontakt mit dem Duce, um durch ihn irgendwelche persönliche Vorteile zu erhalten. Die finanziellen und sozialen Verhältnisse der Bevölkerung sind einigermassen gut, auch während der Depression, unter der ganz Italien leidet. Sogar Bauer und Arbeiter können von der Tourismus-Industrie profitieren, indem sie in der Saison Privatzimmer vermieten oder in Hotels oder Restaurants Schwarzarbeit machen, um ihre Finanzen aufzubessern.. Als die ersten Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges beginnen, flüchten viele Menschen nach Rimini und Riccione, um dort Unterschlupf zu finden. Die Bevölkerung hat damals bewiesen, dass Gastfreundschaft kein leeres Wort ist, auch als die Situation nicht mehr tragbar war.

Man muss ca.10 Jahre warten, bis die durch die Kriegsereignisse unterbrochene, finanzielle und soziale Entwicklung der Stadt Riccione wieder angekurbelt wird. Bis 1945 hat der Krieg einen starken negativen Einfluss auf Riccione ausgeübt. Ein Jahr nach dem Kriegsende öffnen aber schon die ersten Hotels und Pensionen und die Touristen fangen wieder an, ihren Urlaub in Riccione zu verbringen. Anstelle der hohen Parteifunktionäre stammen jetzt die Touristen aus der reichen bürgerlichen Klasse, die sich durch Industrie und Handel bereichert hat.
Langsam aber sicher verwandelt sich der Elite-Tourismus der Nachkriegszeit. Ein neuer Trend zeichnet sich ab, der die touristische Zukunft der „Grünen Perle“ stark beeinflussen wird.
Die Zeitperiode, die von 1955 bis 1963 geht, steht unter dem Einfluss der aussergewöhnlichen Entwicklung des Massentourismus.

Riccione ist 1954 schon ein bekannter und beliebter Urlaubsort und verfügt über 196 Hotels. Die Stadt bereitet sich für den wachsenden, touristischen Andrang vor.
Ein weiterer Auftrieb für den Tourismus ist die Einweihung der adriatischen Autobahn, während auf dem Flughafen von Rimini zahlreiche Charterflüge aus dem Ausland landen Allein im Jahr 1964 landen dort ca. 2000 Flugzeuge: Der Massentourismus nimmt so enorm zu.
Schliesslich neigen die“legendären Sechziger Jahre“ dem Ende zu und Riccione erfindet sich wieder neu durch Service-Rationalisierungen, zahlreiche Vergnügungen, bedeutende Veranstaltungen und interessante Ereignisse, die die Stadt beleben.
Riccione wie es früher war

S. Martino-Platz 1927

Spaziergang 1925

Boote für Spazierfahrten